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Rassenportrait
 
Der Freiberger – das Freizeitpferd schlechthin
 

Geschichte
Als Ursprungsgebiet des Freibergers – oder wie er früher hiess, des Jurapferdes gilt der Schweizer Jura. Eine Landschaft, die geprägt ist von grossen Weiden und Wie-sen. Die Hochebene im Herzen des Jura heisst Freiberge und liegt auf etwa 1000 Meter Höhe über Meer. Das typische an dieser Gegend sind die wunderschönen, weiten Kommunalweiden, auf denen Kühe, Rinder und natürlich Freibergerpferde durch alle Altersklassen hindurch den Sommer verbringen. Meistens sind es Bestän-de aus mehreren Zuchten und damit von verschiedenen Besitzern, die sich diese riesigen Flächen teilen, auf denen grosse, weitausragende Tannen Schatten spen-den.

 

Das Originalzuchtgebiet erstreckt sich über den ganzen Jura und Berner Jura mit den Zuchtzentren Saignelégier, Bellelay und in der Ajoie mit den Ortschaften Damvant und Chevenez. Im Auftrag der Bischöfe von Basel, zu diesem Bistum diese Gebiete zählten, wurden Hengste gezüchtet und aufgestellt. Im Jahre 1610 wurde durch den Schreiber des bischöflichen Hofs notiert, dass die „Freibergerpferde alle anderen an Schönheit und Widerstandsfähigkeit überragen“.

Aus diesem Hintergrund heraus ist es auch verständlich, dass für die jurassischen Pferdezüchter neben verschiedenen anderen Pferdezuchtanlässen zwei „Events“ unantastbar sind: Die Hengstselektion findet seit vielen Jahren im Januar in Glovelier statt und der Marché-Concours in Saignelégier ist der wichtigste Schau- und Ver-marktungsanlass unserer Rasse innerhalb der Schweiz. (Über beide Anlässe finden Sie auf unserer Website im Teil horsefotos.ch viele Fotos)

     
  Zuchtziel/Ausbildung

Das Zuchtziel gemäss Zuchtprogramm ist klar auf die Bedürfnisse der Freizeitfahre-rei und -reiterei sowie auf den Arbeitseinsatz in der Land- und Forstwirtschaft ausge-richtet: "Gezüchtet wird ein ausdrucksvolles, rassetypisches, mittelrahmiges, korrek-tes, leistungsstarkes, umgängliches und marktgerechtes Pferd im mittelschweren Typ mit schwungvollen, elastischen, korrekten Bewegungen und trittsicheren Gängen. Aufgrund seines Charakters, seiner Leistungsbereitschaft, Fahr- und Reiteignung sowie Fruchtbarkeit, Robustheit, Frühreife und Leichtfuttrigkeit soll es ein typisches Fahr- und Reitpferd für Freizeit, Sport, Landwirtschaft und Armee sein." Die er-wünschte Widerristhöhe liegt zwischen 150 und 160 cm, das Gewicht zwischen 550 und 650 kg. Freiberger sollen braun, dunkelbraun oder fuchsfarbig sein.
(Durch eine gezielte Einkreuzung in den Jahren 1959/60 gibt es ganz wenige echte Schim-melfreiberger. Diese sind dunkelfarbig geboren und werden mit etwa vier Jahren weiss.)
Im Alter von 6 Monaten werden die Fohlen erstmals von Richtern beurteilt und beno-tet. Diese Noten stehen im Abstammungspapier, das jedes Pferd haben muss. Es ist das einzig gültige Ausweispapier! Diese Benotung besteht aus 3 Teilnoten: die erste Note wird für den Typ gegeben (=wie entspricht dieses Tier dem Zuchtziel). Die mitt-lere Note gibt es für den Körperbau (=Fehler in der Beinstellung, Halsansatz, Kruppe etc.). Die letzte Note erhält das Fohlen für die Gänge.
Im Alter von 3 Jahren macht der Freiberger normalerweise den Feldtest. Er besteht aus drei, respektive vier Teilen: Das Pferd muss 1-spännig das FEI-Dressurporgramm Nr. 1 (ohne Rückwärtsrichten) fahren können. Dann soll es in allen 3 Grundgangarten unter dem Sattel gezeigt werden. Und als dritte Teilprüfung wird das Tier wiederum im Exterieur benotet (siehe Fohlen). Seit jüngerer Zeit kann der Züchter/Ausbilder auch noch einen Verhaltenstest mit seinem Pferd ablegen. Dabei wird in verschiedenen, nicht vorbereiteten Situationen, das Verhalten des Pferdes benotet.
Es gilt als erwiesen, dass der Zusammenhang zwischen der Exterieurbeurteilung mit 6 Monaten und dieser mit 3 Jahren sehr gering ist! Später geborene Fohlen haben an der Zuchtschau im Herbst möglicherweise nicht die gleiche Beurteilungsbasis, können sich aber bis zum Feldtest prächtig entwickeln!
     
Zuchtpopulation
Dem Jahresbericht 2003 des Dachverbandes der Schweizer Pferdezuchtorganisatio-nen ist zu entnehmen, dass im Jahr 2003 4’056 Stuten belegt wurden. Im Jahr 2003 wurden total 2’988 Fohlen im Alter von sechs Monaten registriert. Gleizeitig haben 860 Freiberger den Feldtest Fahren gemacht. Der bestandene Feldtest ist die Basis-prüfung der Freiberger-Pferde mit drei Jahren und bildet für Stuten gleichzeitig die Zulassung zur Zucht. Rund die Hälfte dieser Tiere sind Zuchtstuten. Damit werden jedes Jahr rund 400 neue Zuchtstuten zur Zucht zugelassen. In internationalen Stu-dien, unter anderem in einem Bericht der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations), wurde erkannt, dass Zuchtpopulationen von unter 1000 weibli-chen Herdebuchtieren als stark gefährdet gelten. Noch im Jahr 1998 wurden mehr als 5000 Freibergerstuten belegt. Heute sind es nur noch rund 4'000 sind, was eine Abnahme von rund 20 % innerhalb der letzten sechs Jahre ausmacht! Dieser Um-stand erklärt, warum das Bundesamt für Landwirtschaft die Freibergerzucht mit Bei-trägen unterstützt.
 
 
  Anwendungen
Der Freiberger ist das Freizeitpferd schlechthin! Mit ihm kann man „alles“ machen. Sei es Dressurreiten, Springen, Wanderritte oder Westernreiterei, Holzrücken und Gespannfahren; der Freiberger freut sich über Abwechslung und findet jede Art von artgerechter und fairer Arbeit toll! Viele Kunden haben über uns einen Freiberger ge-kauft, der gezielt in der Hypotherapie eingesetzt wird. Sein lieber Charakter und sein gutmütiges Wesen, verbunden mit einer ausgesprochenen Nervenstärke, sind bei Therapeutinnen und Patienten sehr beliebt!
Freiberger-Besitzer sind in der Regel keine Pferdesportler auf hohem Niveau. Wer mit seinem Pferd auf höchstem Niveau mitmachen will, sollte sich keinen Freiberger kaufen!
Wer allerdings Freude und das Bedürfnis hat, sich mit seinem tierischen Partner nicht zu nerven, sondern entspannt und gelassen die Natur zu geniessen, wer vielleicht aus zeitlichen Gründen nicht jeden Tag intensiv mit seinem Pferd arbeiten kann, sich dafür aber „freut“, wenn sein Freiberger „betoniert“ von der Weide zurückkommt, der ist bei dieser Rasse richtig!
 
Auf www.horsefotos.ch finden Sie viele Bilder von Veranstaltungen rund ums Pferd. Gehen Sie darauf und freuen Sie sich ab der Vielseitigkeit unserer Tiere! Willkom-men in der Freiberger-Familie!  
 

Kompetenz- und Vermarktungszentrum für Freiberger
Alexander Schwabe
CH-4147 Aesch (bei Basel)
Tel. +41 61 723 11 11
Fax. + 41 61 723 11 12
Mobile: + 41 76 570 11 11
aschwabe@fm-liste.ch

 
 
 
 
© Christiaan Koellreuter